Wiedersehen mit der Gastfamilie – nach einem Jahr

Als ich dann im Zug nach Addlestone saß begann das Gedanken Chaos. Die Aufregung wuchs und ich fragte mich wie es gleich sein würde. Ich fühlte mich sofort ein Jahr in der Zeit zurück gesetzt. Der Weg den mein Zug zurück legte, so vertraut. Als ob ich nie weg gewesen wäre.

Nach gut einer Stunde stieg ich dann in Addlestone aus. Die Sonne zeigte sich von ihrer besten Seite. Es war sommerlich warm und ich zog meinen Koffer die Straße entlang. Wie oft bin ich diesen Weg schon gegangen.

Es hat sich einiges in dem kleinen Ort verändert. Einige der kleinen Shops hatten mittlerweile geschlossen. Die Mall mit dem Hotel und dem neuen Waitrose war fertig gestellt. Viele neue Wohnungen sind in diesem Komplex entstanden.

Ich bog in die Straße ein und sah das Haus. Diesmal musste ich klingeln. Es war wirklich komisch nicht den Schlüssel mit dem kleinen Gnom Anhänger aus meiner Tasche zu ziehen und ins Schloss zu stecken.

Emily lugte aus dem Fenster aber machte mir nicht sofort auf. Ein „it’s Eva“ erklang durch das offene Fenster. Nichts passierte.Bis endlich Phil mir die Türe aufmachte und mich mit einer Umarmung begrüßte. Er sagte sofort ich hätte mich nicht verändert und bat mich herein zu kommen.

Nun erwartete ich eigentlich dass die Mädchen aus dem Zimmer stürmten um mich zu begrüßen. Nichts dergleichen passierte. Ich ging in die Küche und begrüßte Luz die sich auch freute mich zu sehen. Dann kam Emily und begrüßte mich mit einer etwas schüchternen Umarmung. Von Sarah war immer noch keine Spur. Ich ging in den Playroom wo sie am spielen war. Sie schaute mich wie eine Fremde an und rührte sich nicht. Ich stand vor ihr und bat um eine Umarmung als Begrüßung die ich dann nach einem kurzen Zögern auch bekam.

Anschließend gab es auch schon Lunch. Sunday Roast. Wie früher. Ich unterhielt mich überwiegend mit Phil. Em taute langsam auch auf und verwickelte mich in Gespräche. Die Stimmung war mittlerweile auch entspannter und natürlich fühlte ich mich trotzdem wieder wie zuhause.

Das neue Au Pair lernte ich übrigens nicht kennen da sie zu diesem Zeitpunkt nicht zu Hause war.

Nach fast 3 Stunden hieß es für mich dann wieder aufbrechen zum Flughafen. Phil fuhr mich netterweise nach Heathrow und dort stand ich dann wieder und musste meinem Zuhause den Rücken kehren.

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Was mir wieder klar geworden ist dass die Erwartungen und die Realität weit auseinander liegen. Für ein Au Pair ist dieses Abenteuer ein einmaliges Erlebnis bei dem (wenn es gut läuft) es eine zweite Familie findet. Die Gastfamilie hingegen hatte schon mehrere demnach ist es für sie nicht mehr „etwas besonderes“.

Genau wie für die Kinder. Mir war klar, dass ich in Vergessenheit geraten werde. Mein Platz hat das neue Au Pair eingenommen. Mein altes Zimmer, meine Aufgaben und natürlich auch die Fürsorge für die Zwillinge.

Was mich jedoch wirklich enttäuscht hat ist dass ich thereotisch wieder bei 1 hätte anfangen müssen. Ich weiß nicht wie viel die Beiden noch wissen. Sie sind schließlich Kinder aber mehr Freude mich zu sehen hätte ich mir schon gewünscht.

Trotzdem bereue ich es natürlich zu keinem Zeitpunkt dort gewesen zu sein. Es war ein schöner Besuch und ich habe mich riesig gefreut alle wieder zu sehen. Dieses Abenteuer ist mit das wichtigste in meinem Leben gewesen und sie waren ein wichtiger Teil davon.

Mir ist es ziemlich wichtig diese Erfahrung in meinem Blog zu teilen und deshalb habe ich es auch so ausführlich beschrieben. Nun würde mich deine eigene Erfahrung sehr interessieren.

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